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Knapp (ge)sagt: "Kranke Gesundheitspolitik"

Neulich war ich mal wieder bei meinem Hausarzt. War extra früh aufgestanden, um Viertel vor Acht in der Praxis sein zu können. Oje! Als ich dort ankam, standen bereits über dreißig Patienten vor der noch verschlossenen Praxistür....

Na klar, da hieß es schön warten, bis der Doktor zur Audienz bitten würde. Nach etwa zwei Stunden Wartens und Trödelns im Wartezimmer kam ein beschwingter Herr an die Rezeption und wurde sofort zum Doc vorgelassen. Keine Frage: Ein Privilegierter!

Schon mal was von "Zweiklassenmedizin" gehört? Ach ja - das war sicher ein privat Versicherter....

Jawoll, es gibt in unserer immer mehr kränkelnden Gesellschaft zwei Klassen von Patienten: Die in der "GKV" Gesetzlich Versicherten und die in der "PKV" Privat Versicherten.

Angeblich sollen die gleichberechtigt sein, aber (siehe oben!)....



Versuchen Sie mal als GKV-Versicherter einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen: Entweder heißt es einige Monate Wartezeit mitbringen oder gar: "Tut uns leid, aber wir können keine neuen Patienten mehr annehmen....

Als PKV-Versicherter - falls Sie das nötige Geld dazu haben - kriegen Sie Ihren Termin wundersamerweise gaaanz schnell.

Natürlich weist das die verehrliche Ärzteschaft ganz entrüstet von sich: "Wir Doctores machen keinen Unterschied in der Behandlung unserer Patienten...."



Denkste! ;-) Die Unterschiede fangen schon bei der Praxisgebühr an, die jeder GKV-Versicherte pro Quartal bei seinem ersten Praxisbesuch zu bezahlen hat. Der PKV-Versicherte zahlt (dank relativ teurer privater KV-Beiträge) keine Praxisgebühr und kann die "Liquidation" seines Arztes direkt mit seiner Versicherung abrechnen.

Der Arzt kann die Leistungen für einen PKV-Versicherten um das Mehrfache höher berechnen als für einen GKV-Versicherten. Wen wundert's, dass die "armen" Ärzte nun am liebsten nur noch Privatpatienten "verarzten", weil da einfach der Rubel leichter und einträglicher rollt?



Schon macht man sich bei den Standesvertretungen der Ärzte und auch im "Gesundheits"ministerium Gedanken darüber, statt einer vierteljährlichen Praxisgebühr für alle Arztbesuche in Höhe von 10 EUR bald eine Praxisgebühr von "nur" 5 EUR einzuführen - wohlgemerkt für  j.e.d.e.n.  e.i.n.z.e.l.n.e.n  Arztbesuch...

Ziel: Minimierung der Arztbesuche für GKV-Versicherte, um mehr Äskulap-Muse für Privatversicherte zu haben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Schließlich ist es doch "die Politik", die das zugelassen, ja so beschlossen hat!



Wenn man "der Politik" der letzten 20 Jahre einen Vorwurf machen muss, dann den, dass das Gesundheitssystem gegen die Interessen der Patienten  u n d  Ärzte, zu Gunsten der GKV- und PKV- wie Pharmainduatrie und der Krankenkassen umgekrempelt wurde. Die Ärzte wurden zwangsläufig durch immer mehr Bürokratie zum kaufmännischen Denken und Handeln gezwungen.



Für die Versicherten wurden die Beiträge immer höher, die Leistungen der Kassen jedoch immer eingeschränkter, und obendrein heckten die "Gesundheits"politiker der Regierungskoalition zusammen mit den Krankenkassen-Organisationen noch Zusatzbeiträge aus, die kaum ein Rentner oder Kleinverdiener noch bezahlen kann.



Praxisgebühr und Zusatzbeiträge sind ein Offenbarungseid unseres kranken Gesundheitswesens.



Bevorzugung privilegierter Schichten führt zu einer Mehrklassengesellschaft. So in der Einkommens-, Steuer- und natürlich auch in der "Gesundheits"politik. Hinzu kommt, dass Diejenigen, die zur Zeit diese Gesundheitspoltik bestimmen, unübersehbar eine einseitige Lobbypolitik zu Gunsten der dem Gewinnstreben dienenden "Krankenindustrie" unterliegen.



Ganz durchsichtig wird das System, wenn neuerdings private Versicherungsgesellschaften klamme GKV-Ersatzkassen aufkaufen und stolz dieses "Kind" im Briefkopf mit "Gesetzliche Krankenversicherung" titulieren. In Wirklichkeit aber herrscht hier das Diktat der kapitalistischen Geschäftspolitik: Einnahmen optimieren und Ausgaben einsparen.

Wo das hinführt, kann sich jeder ausmalen: Kranke werden zum Spielball der "Märkte". Wer genug Zaster hat, braucht sich keine Gedanken zu machen, wie er seine Krankheit(en) zielführend auskurieren kann.

Geringverdiener, Arbeitslose, Rentner, Kinderreiche und Alleinerziehende bleiben bei diesem inhumanen System auf der Strecke.



Das kann, das darf so nicht weitergehen. Der Solidargedanke in der Gesundheitspolitik, wie überhaupt in der Gesellschaftspolitik muss wieder neu erfunden werden. Um die kranke "Gesundheits"politik wieder gesunden zu lassen, müssen die handelnden Politiker den Mut zur Bürgerversicherung finden, in der jedermann - ohne Ausnahme - nach seinem wirklichen Leistungsvermögen zur Kasse gebeten wird, in der es aber auch keinen grundsätzlichen Unterschied der Leistungen geben darf.



Wer dann immer noch Privilegierter sein möchte, kann ja immer noch freiwillige Zusatzversicherungen abschließen - falls er das nötige Kleingeld hat...



Ihr Roland R. Knapp

17.10.2017 - 22:14

Kolumne: Knapp (ge) sagt

"Kranke Gesundheitspolitik"

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